Praktische Ausbildung in Spanien
Praktische Ausbildung auf Teneriffa bei Sensory 7
Schon im Studium wollte ich eigentlich ein Auslandssemester machen und für eine gewisse Zeit im Ausland leben und dort praktische Erfahrungen zu sammeln. Deshalb entschied ich mich für ein Auslandspraktikum auf Teneriffa. Neben der Möglichkeit, meine Spanischkenntnisse zu verbessern, wollte ich auch meinem oft hektischen Alltag in Berlin entfliehen und mich persönlich weiterentwickeln.
Mein Praktikum absolvierte ich bei Sensory 7, einer interdisziplinären Einrichtung für Kinder, in der Ergotherapeut*innen eng mit Psycholog*innen, Pädagog*innen und Logopäd*innen zusammenarbeiten. Besonders beeindruckt hat mich die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen. Durch den regelmäßigen Austausch konnten die Kinder ganzheitlich betrachtet und individuell unterstützt werden.
Eine Besonderheit der Einrichtung war die klientenzentrierte Arbeitsweise. Im Mittelpunkt standen nicht medizinische Diagnosen, sondern die Beobachtung der Einschränkungen und Herausforderungen der Kinder im Alltag. Die therapeutischen Ziele wurden anhand der individuellen Bedürfnisse und Betätigungen entwickelt. Medizinische Diagnosen spielten vor allem dann eine Rolle, wenn Berichte für Fördermittel oder finanzielle Unterstützung der Familien erstellt werden mussten. Da die Praxis überwiegend mit Selbstzahlern arbeitet, war für die ergotherapeutische Behandlung keine ärztliche Überweisung erforderlich. Eine wichtige Erfahrung war für mich zu lernen, dass es in der Ergotherapie keine Standardlösung gibt. Jedes Kind bringt unterschiedliche Stärken, Herausforderungen und Bedürfnisse mit, sodass jede Therapiesitzung individuell gestaltet wird.
Besonders aufgefallen ist mir die offene und herzliche Atmosphäre in der Praxis. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Therapeut*innen und Kindern hatte einen hohen Stellenwert. Viele Kinder begrüßten ihre Therapeut*innen mit einer Umarmung, und auch innerhalb des Teams herrschte ein enger Austausch. Die Türen der Behandlungsräume blieben häufig offen, wodurch jederzeit Rücksprachen möglich waren und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zusätzlich gefördert wurde.
Während meines Praktikums konnte ich nicht nur die ergotherapeutische Arbeit, sondern auch das spanische Gesundheitssystem kennenlernen und Unterschiede zur Arbeit in Deutschland beobachten.
Auch außerhalb des Praktikums war die Zeit auf Teneriffa etwas Besonderes. Viele Tage begann ich mit einem Besuch am Strand, bevor ich in die Praxis ging. Außerdem bekam ich Besuch von Freund*innen, mit denen ich die Insel erkunden konnte. Diese Mischung aus beruflicher Erfahrung, Natur und Freizeit machte meinen Aufenthalt zu einer tollen Zeit.




